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Die epidemische Verbreitung der Adipositas und deren Begleit-Krankheiten ist erkannt und unbestritten. Im Gesamtzusammenhang der gesundheitspolitischen Massnahmen in der Schweiz kommt ihr jedoch noch nicht die Bedeutung zu, die sie verdienen würde.

Verglichen mit den Bundesmitteln, welche jährlich für Aufklärung und Prävention bei Alkohol, Tabak und AIDS aufgewendet werden, sind die Mittel, welche für Information im Bereich Ernährung und Fitness zur Verfügung stehen, bescheiden. Eine gezielte ist erst in Ansätzen erkennbar. Ein entsprechendes Grundlagen-Papier des Bundesrates ist in Arbeit. Dessen Umsetzung ist finanziell noch nicht gesichert. Auch die Adipositas-spezifische Ausbildung des medizinischen Personals steckt nach wie vor in den Anfängen, auch wenn das Interesse an Adipositas in der Bevölkerung und in den Medien in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. 

Hinzu kommt, dass die Krankheit Adipositas in der Öffentlichkeit mit einem negativen „Image“ behaftet ist: „Dicke sind selber Schuld!“ lautet das gängige Vorurteil. Haltlosigkeit und Willensschwäche wird ihnen vorgeworfen. Auch wenn sich in jüngster Zeit einzelne Gruppierungen gebildet haben, deren Anliegen es ist, übergewichtigen Menschen vermehrtes Selbstbewusstsein zu vermitteln, ist die Anzahl derer, die täglich unter Diskriminierungen zu leiden haben, grösser als es den Anschein hat, da Viele sich völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben.

Adipositas wird noch zu wenig wahrgenommen als gesundheitliche Störung mit einer Vielzahl von negativen Auswirkungen. Deren Ursache ist bestimmt durch genetische Veranlagung, durch Umwelt und Lebenssituation und durch das persönliche Verhalten. Jeder einzelne Fall muss individuell betrachtet und ganzheitlich behandelt werden, im Hinblick auf eine lebenslange Veränderung von Gewohnheiten. Und jeder einzelne Fall hat auch eine gesellschaftliche Bedeutung, die über das private Schicksal des Betroffenen hinausgeht.

 

 

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